Das Objektiv

Es gibt eine große Anzahl verschiedener Objektive in unterschiedlichen Preisklassen. Worin liegen die Unterschiede und welches Objektiv ist für welche Situation am besten geeignet? Bevor man sich ein Ojektiv zulegt, sollte darüber nachgedacht werden, in welchem Bereich man fotografieren möchte. Grundsätzlich können Objektive grob in fünf Katigorien eingeteilt werden. Standard(zoom)objektive, Tele(zoom)objektive, Superzoomobjektive, Reisezoomobjektive und Festbrennweiten. Standardzoomobjektive decken oft den Normal – bis Weitwinkelbereich ab und haben Brennweiten um 15-100mm. Oft werden die Kameras auch im Kit mit einem Standardzoomobjektiv z.B. dem Canon 18-55mm verkauft. Diese Objektive sind für die meisten alltäglichen Situationen vollkommen ausreichend. Mit dem Weitwinkelbereich kann man auch in engen Räumen, Personen noch vollständig in das Bild bringen und auch Portraitaufnahmen sind mit 55mm durchaus möglich. Möchte man weiter entfernte Objekte nahe heran holen oder Tiere fotografieren, ohne die Fluchtdistanz zu unterschreiten braucht man höhere Brennweiten. Ein Telezoomobjektiv mit beispielsweise 70-300mm, stellt eine optimale Ergänzung zum Standardzoom dar. Wem das noch nicht reicht, der muss auf die oft teureren Superzoomobjektive umsteigen. Mit ihnen können Brennweiten bis 1000mm und mehr abgebildet werden. Viele DSLR Besitzer lassen sich anfangs gerne von den sogenannten Reisezoomobjektiven hinreißen. Diese bieten mit niedrigen Preisen und Brennweiten um 18-270mm, scheinbar die beste Alternative zum ständigen Objektivwechsel. Durch den großen Abbildungsbereich ist jedoch oft ein großer Qualitätsverlust in Kauf zu nehmen. Das Gegenteil dazu sind die Festbrennweiten. Wie der Name vermuten läßt, haben diese Objektive nur eine unveränderbare Brennweite, dafür jedoch oft eine hohe Objektivgüte und eine hohe Lichtstärke. Damit sind wir auch schon bei dem ersten Kriterium für ein gutes Objektiv.

Die Lichtstärke

Die Lichtstärke eines Objektives, ist ähnlich der Lichtempfindlichkeit des Bildsenors, dem ISO Wert. Je lichtstärker ein Objektiv ist, um so niedriger kann man bei gleicher Bildhelligkeit den ISO Wert halten. Damit kann man das Bildrauschen verringern und die Bildqualität erhöhen. Die Lichtstärke eines Objektives ist an dem Mindestblendenbereich zu erkennen. Das 18-55mm Kitobjektiv von Canon hat beispielsweise einen Mindestblendenbereich von 3,5-5,6.

Mindestblendenbereich

Diese Angabe zeigt die Mindesblende bei geringster und höchster Brennweite des Objektives.

Dabei ist der Blendenbereich von 3,5 die kleinste Blende, die bei dem geringsten Brennweitenbereich eingestellt werden kann, also 18mm. Beim erhöhen der Brennweite steigt hier auch die Mindestblende, bis bei 55mm eine Mindestblende von 5,6 erreicht wird. Die besten Zoomobjektive haben heut zu Tage schon Mindestblenden von 2,8 über den gesamten Zoombereich. Lichtstärker sind nur noch Festbrennweiten z.B. das Canon 50mm mit einer Blende von 1,8.

Unterschied Objektive


Die gezeigten Bilder sind mit zwei unterschiedlichen Objektiven bei 50mm Brennweite,der Belichtungszeit 1/4 und der jeweiligen Mindestblende entstanden. Links ein sehr dunkles Ergebnis mit geringem Kontrast. Rechts ein sehr klares, kontrastreiches Bild.

Linsengläser

Noch in Arbeit.

Der Fokusmotor

Der Fokusmotor dient der automatischen Scharfstellung des Objektes. Der Motor wird über einen in der Kamera verbauten Mechanismus gesteuert. Es gibt verschiedene Arten von Antrieben, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und unterschiedlicher „Effektivität“ scharf stellen. Diese Faktoren sind nicht nur von dem Antrieb des Fokusmotors abhängig, sondern wenn auch im geringeren Maße, von dem Zusammenspiel zwischen Objektiv und Kamera. Durch Fertigungstoleranzen können selbst zwei baugleiche Kameras, mit baugleichen Objektiven, unter identischen Umständen unterschiedliche Fokuszeiten erzeugen. Grundsätzlich kann man aber Objektive mit normalen AF-Motoren und Ultraschallmotoren unterscheiden. AF-Motoren sind oft die günstigste Variante, obwohl es durchaus schnelle Motoren gibt. Wesentlich genauer und schneller sind jedoch die Ultraschallmotoren, die den Preis eines Objektives, aber schnell um mehr als 200 € steigen lassen. Wofür man sich entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Wer jedoch einmal mit einem Ultraschallmotor gearbeitet hat, wird nie wieder davon los kommen.

Tipp.:

Objektive mit Ultraschallmotoren, die übrigens bei jedem Hersteller andere Bezeichnungen haben, sind zwar sehr teuer, haben aber meist auch eine gute Gesamtqualität.

Der Bildstabilisator

Einige Objektive haben Bildstabilisatoren, die es ermöglichen, auch bei langen Belichtungszeiten und großen Brennweiten verwacklungsfreie Bilder zu machen. Viele Fotografen halten diese gerade bei Standardbrennweiten für unnötig. Möchte man bei großen Brennweiten jedoch aus der Hand fotografieren, haben sie oft einen bedeutenden Vorteil. Es gibt unterschiedlich gute Bildstabilisatoren, die nicht unbedingt vom Preis abhängig sind. Hier sollte man sich vorher informieren.

Tipp.:

Fotografiert man mit Stativ, sollte der Bildstabilisator deaktiviert werden, da dieser sonst versucht, dass nicht wackelnde Objektiv zu stabilisieren und das Bild erst recht verwackelt.

Die Gegenlichtblende

Die Gegenlichtblende soll unschöne Sonnenreflektionen (Halos) durch seitlichen Einfall des Sonnenlichtes vermeiden. Sie wirkt nur gegen Streulicht von der Seite und ermöglicht nicht etwa in die Sonne zu fotografieren. Es gibt verschiede Formen von Gegenlichtblenden. Die sogenannte Tulpenform ist dabei die optimalste, da die langen Ober – und Unterseiten des Bildes vor dem Licht geschütz und die Bildecken, sowie die kürzeren Seiten links und rechts nicht mit Schatten belegt werden. Diese Form der Blende setzt jedoch voraus, dass die Blende drehbar ist oder eine eventuelle Fokusierung innerhalb des Objektivgehäuses verläuft, da die Tulpe sonst mit dreht. Die Alternative ist eine Trichtergegenlichtblende, die aber bei Zoomobjektiven in niedrigen Brennweiten, eventuell Bildschatten erzeugt und bei hohen Brennweiten wirkungslos wird. Innerhalb von Gebäuden sollte man die Blende entfernen, damit mehr Licht zum Objektiv gelangen kann. Mit einem Blitzgerät kann es passieren, dass die Blende einen unschönen Schatten auf dem Bild hinterlässt. Dies passiert, da das Licht, welches am Blitz entsteht, über die Blende hinaus gebrochen wird und in einem schrägen Winkel in das Objektiv fällt.